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Pressemitteilung des FMKS zum Tag der Mutterspracham 21. Februar 2017

 

Tag der MutterspracheN – Deutschlernen durch Förderung der Mehrsprachigkeit
Der „Tag der Muttersprache“ sollte besser „Tag der MutterspracheN“ heißen. Die wenigsten Menschen wachsen nämlich heute mit nur EINER Muttersprache auf. Dies gilt insbesondere für die junge Generation. Weltweit betrachtet sind etwa zwei Drittel der Menschen mehrsprachig, und nur eine Minderheit von einem Drittel ist einsprachig. Mehrsprachigkeit ist also „normal“. In Deutschland haben etwa 35 % der Kinder zwischen 0 und 15 Jahren einen „Migrations-hintergrund“ (Statistisches Bundesamt 2015) und werden zumeist mit mehr als einer Sprache groß. Dies sind ihre Familiensprache/n und Deutsch.
Um eine Sprache zu erwerben, ist ein altersgemäßer, intensiver und langfristiger Sprachkontakt unerlässlich. Er muss in vielen unterschiedlichen Situationen stattfinden. Da das Gehirn keine Schranke für eine Anzahl von Sprachen kennt, ist auch die Mehrsprachigkeit keine Überforderung. Besonders für Kinder ist es aber wichtig, dass ihnen viele Möglichkeit gegeben werden, ihre Sprachen vielfältig anzuwenden. Dann können sich ihre MutterspracheN altersangemessen entwickeln.
Professor Henning Wode von der Universität Kiel und Vorstandsmitglied des FMKS/Frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen meint: „Keinesfalls geht es darum, nur Deutsch zu lernen. Natürlich müssen die Kinder AUCH Deutsch lernen. Es sollen aber alle Mutter- oder Familiensprachen der Kinder gefördert werden. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass andere Muttersprache(n) den Erwerb des Deutschen behindern. Das Gegenteil ist der Fall: Deutsch lernen funktioniert am besten, wenn die Erstsprachen gestärkt werden. Deswegen darf das Deutschlernen nicht auf Kosten der Familiensprache geschehen.“
Der FMKS fordert, den Wert der Mehrsprachigkeit stärker zu betonen. Kindertagesstätten und Schulen sollten dies in ihren Konzepten umsetzen.
Zum „Tag der Muttersprache“
Der Internationale „Tag der Muttersprache“ der Vereinten Nationen wird seit dem 21. Februar 2000 begangen. Er soll die Sprachenvielfalt und den Gebrauch der Muttersprache fördern. Sprachliche und kulturelle Vielfalt repräsentieren universelle Werte, die Einheit und Zusammenhalt einer Gesellschaft stärken.

300 Teilnehmer beim Fachtag "In Sprache baden - Mehrsprachigkeit in Krippe, Kita und Schule",  16.02.2017, Stuttgart, didacta Bildungsmesse

Zum Programm des Fachtags "In Sprache baden - Mehrsprachigkeit in Krippe, Kita und Schule" am 16.02.2017 in Stuttgart

 

 Pressemitteilung zum Fachtag "In Sprache baden" am 16.02.2017 in Stuttgart